Saturday, February 26. 2005
Fairsharing - Kampagne und Erklärung für P2P-Flatrate
Die Initiative Fairsharing setzt sich für eine pauschale Vergütung des Downloads von Musik und Filmen ein. Dadurch sollen restriktive Technologien wie Digital Rights Management verhindert werden.Unter dem Titel "Privates Kopieren ist kein Verbrechen" wurde eine Erklärung gestartet, die auch online unterzeichnet werden kann. Die Kampagne ist auf jeden Fall ein sinnvoller Ansatz, den Kriminalisierungsbestrebungen der Musik- und Filmindustrie ein konstruktives Konzept entgegenzusetzen.
Posted by Hanno Böck
in Computer culture, Copyright, Music, Politics
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14:16
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Tuesday, February 15. 2005
Zerstörung von Wissen
Zwei Erlebnisse, die sich bei mir in kurzer Abfolge abgespielt haben und die meiner Ansicht nach bezeichnend dafür sind, wie in unserer Gesellschaft mit Wissen umgegangen wird:
Vor einigen Wochen wollte ich mir zur Vorbereitung auf eine Klausur ein Buch kaufen, auf das in der Vorlesung mehrfach hingewiesen wurde (Uwe Schöning, Algorithmen kurzgefasst). Nach dem Gang in die lokale Buchhandlung, einer Suche bei Amazon und beim Verlag war klar: Das Buch kann man nicht mehr kaufen. Es wird nicht mehr aufgelegt. In der Uni-Bibliothek waren nur wenige Exemplare vorhanden, die nicht ausleihbar waren.
Ich hab das Problem dann dadurch gelöst, dass ich mir ein umfangreicheres, deutlich teureres Buch zum Thema vom selben Autor gebraucht erworben hab. Leider keine sonderlich schöne Lösung
Zweites Beispiel: Beim Lesen eines Buches (John Gribbin, Auf der Suche nach Schrödingers Katze) wurde auf ein in den dreißiger Jahren erschienenes Buch mit dem Titel Philosophie der Naturwissenschaft (Eddington) verwiesen. Ebenfalls Suche bei Amazon, gleiches Ergebnis: Das Buch gibt es nicht mehr.
Unsere Uni-Bib hat es, somit hab ich also die Möglichkeit, mal reinzuschauen.
Es ist meiner Ansicht nach geradezu ein Verbrechen gegen menschliches Schaffen, dass Bücher, deren Druck sich nicht mehr lohnt, einfach in der Versenkung verschwinden. Im Deutschen Urheberrecht ist eine sogenannte Schutzfrist von 70 Jahren nach dem Tod des Autors vorgesehen. Erst nach dieser Zeit steht der Inhalt der Allgemeinheit zur Verfügung. Die meisten Bücher sind da vermutlich schon längst vergessen.
Es sollte zumindest mal ein modernes Urheberrecht geschaffen werden, welches nach angemessener Zeit und spätestens nachdem ein Buch nicht mehr im Handel erhältlich ist, den Inhalt frei verfügbar macht.
Das gefällt natürlich den Lobbyisten von Bertelsmann, Microsoft, Disney (Disney hat durch entsprechende "Wahlkampfspenden" bereits elfmal eine Verlängerung der "Schutzfrist" im US-Urheberrecht erreicht) und wie sie alle heißen nicht, die am liebsten alles mit Digital Restriction Management versehen würden (und damit noch mehr Wissen vernichten) und ihre Verwertungsinteressen bedroht sehen. Aber eine Gesellschaft muss sich fragen, ob sie die organisierte Privatisierung und (bei nicht-Verwertbarkeit) Vernichtung von Kulturgütern akzeptiert oder ob deren Erhalt nicht wichtiger ist, als die Profitinteressen einiger Konzerne.
Vor einigen Wochen wollte ich mir zur Vorbereitung auf eine Klausur ein Buch kaufen, auf das in der Vorlesung mehrfach hingewiesen wurde (Uwe Schöning, Algorithmen kurzgefasst). Nach dem Gang in die lokale Buchhandlung, einer Suche bei Amazon und beim Verlag war klar: Das Buch kann man nicht mehr kaufen. Es wird nicht mehr aufgelegt. In der Uni-Bibliothek waren nur wenige Exemplare vorhanden, die nicht ausleihbar waren.
Ich hab das Problem dann dadurch gelöst, dass ich mir ein umfangreicheres, deutlich teureres Buch zum Thema vom selben Autor gebraucht erworben hab. Leider keine sonderlich schöne Lösung
Zweites Beispiel: Beim Lesen eines Buches (John Gribbin, Auf der Suche nach Schrödingers Katze) wurde auf ein in den dreißiger Jahren erschienenes Buch mit dem Titel Philosophie der Naturwissenschaft (Eddington) verwiesen. Ebenfalls Suche bei Amazon, gleiches Ergebnis: Das Buch gibt es nicht mehr.
Unsere Uni-Bib hat es, somit hab ich also die Möglichkeit, mal reinzuschauen.
Es ist meiner Ansicht nach geradezu ein Verbrechen gegen menschliches Schaffen, dass Bücher, deren Druck sich nicht mehr lohnt, einfach in der Versenkung verschwinden. Im Deutschen Urheberrecht ist eine sogenannte Schutzfrist von 70 Jahren nach dem Tod des Autors vorgesehen. Erst nach dieser Zeit steht der Inhalt der Allgemeinheit zur Verfügung. Die meisten Bücher sind da vermutlich schon längst vergessen.
Es sollte zumindest mal ein modernes Urheberrecht geschaffen werden, welches nach angemessener Zeit und spätestens nachdem ein Buch nicht mehr im Handel erhältlich ist, den Inhalt frei verfügbar macht.
Das gefällt natürlich den Lobbyisten von Bertelsmann, Microsoft, Disney (Disney hat durch entsprechende "Wahlkampfspenden" bereits elfmal eine Verlängerung der "Schutzfrist" im US-Urheberrecht erreicht) und wie sie alle heißen nicht, die am liebsten alles mit Digital Restriction Management versehen würden (und damit noch mehr Wissen vernichten) und ihre Verwertungsinteressen bedroht sehen. Aber eine Gesellschaft muss sich fragen, ob sie die organisierte Privatisierung und (bei nicht-Verwertbarkeit) Vernichtung von Kulturgütern akzeptiert oder ob deren Erhalt nicht wichtiger ist, als die Profitinteressen einiger Konzerne.
Thursday, February 10. 2005
Neues von, über und gegen die Musikindustrie
Ich sammel hier einfach mal ein paar aktelle Entwicklungen, die imho spannend sind:
Der AStA der Uni Marburg sucht für seine Erstsemesterparty Bands, die ihre Musik unter einer Creative Commons Lizens gestellt haben. Gleichzeitig soll aus den besten Stücken ein "Open Music Sampler" erstellt werden.
Gute Aktion, weiter so!
http://www.openmusic.asta-marburg.de/
Kleine Erinnerung: Es gab vor längerer Zeit schonmal die Open Music CD des Linuxtags, die Stücke sind downloadbar.
Die Proteste der Webradios gegen die Tariferhöhung der GVL scheinen Aufmerksamkeit zu erregen, gestern gab es einen Artikel auf tagesschau.de.
Es geht darum, dass die Tarife, die Webradios zum abspielen Copyright-geschützter Musik zahlen müssen, drastisch erhöht werden sollen, was eine Existenzbedrohung für die meisten kleinen, unkommerziellen Webradios bedeutet. Eins von vielen Beispielen, wie die Musikindustrie Kreativität nicht fördert, sondern bekämpft.
Unter www.mp3tunes.com befindet sich ein neuer Musik-Downloaddienst, auf dem Stücke diverser Independent-Labels kaufbar sind. Das besondere: Ohne DRM-Restriktionen.
Der AStA der Uni Marburg sucht für seine Erstsemesterparty Bands, die ihre Musik unter einer Creative Commons Lizens gestellt haben. Gleichzeitig soll aus den besten Stücken ein "Open Music Sampler" erstellt werden.
Gute Aktion, weiter so!
http://www.openmusic.asta-marburg.de/
Kleine Erinnerung: Es gab vor längerer Zeit schonmal die Open Music CD des Linuxtags, die Stücke sind downloadbar.
Die Proteste der Webradios gegen die Tariferhöhung der GVL scheinen Aufmerksamkeit zu erregen, gestern gab es einen Artikel auf tagesschau.de.
Es geht darum, dass die Tarife, die Webradios zum abspielen Copyright-geschützter Musik zahlen müssen, drastisch erhöht werden sollen, was eine Existenzbedrohung für die meisten kleinen, unkommerziellen Webradios bedeutet. Eins von vielen Beispielen, wie die Musikindustrie Kreativität nicht fördert, sondern bekämpft.
Unter www.mp3tunes.com befindet sich ein neuer Musik-Downloaddienst, auf dem Stücke diverser Independent-Labels kaufbar sind. Das besondere: Ohne DRM-Restriktionen.
Friday, February 4. 2005
Kein Platz für Sun
Mit großen Trara hatte Sun vor einiger Zeit angekündigt, Solaris unter eine "offene" Lizens zu stellen. Dies ist inzwischen passiert, unter der sehr strittigen CCDL-Lizens.
Nachdem einige Prominente verfechter aus dem Lager der freien Software die Lizens und das Vorgehen von Sun kritisierten, reagiert Sun-Chef Scott McNealy nun beleidigt, bezeichnet die Kritiker als "GPL-Extremisten". Was aber noch schwerer wiegt: McNealy stellt ausdrücklich klar, dass entgegen bisheriger Ankündigungen Sun seine eigenen Patente auch gegen andere Open Source-Projekte einsetzen wird. Somit gilt Suns Patent-Freigabe ausdrücklich nur für das "eigene" Projekt.
Wie ein Kommentar in Pro Linux schon vermerkte: Da ist einem Microsoft doch lieber, da weiss man, woran man ist.
Sun sollte sich mal klar entscheiden: Wenn sie weiterhin ihre Patent-Spielchen machen, weiterhin die Hand auf der Java-VM halten und nicht im geringsten am Gedanken freier Software interessiert scheinen, dann ist für Sun kein Platz in der Community. Dann sollen sie ihr gelaber vom "offenen" Solaris aber auch bleiben lassen. Wir brauchen Sun nicht.
Nachdem einige Prominente verfechter aus dem Lager der freien Software die Lizens und das Vorgehen von Sun kritisierten, reagiert Sun-Chef Scott McNealy nun beleidigt, bezeichnet die Kritiker als "GPL-Extremisten". Was aber noch schwerer wiegt: McNealy stellt ausdrücklich klar, dass entgegen bisheriger Ankündigungen Sun seine eigenen Patente auch gegen andere Open Source-Projekte einsetzen wird. Somit gilt Suns Patent-Freigabe ausdrücklich nur für das "eigene" Projekt.
Wie ein Kommentar in Pro Linux schon vermerkte: Da ist einem Microsoft doch lieber, da weiss man, woran man ist.
Sun sollte sich mal klar entscheiden: Wenn sie weiterhin ihre Patent-Spielchen machen, weiterhin die Hand auf der Java-VM halten und nicht im geringsten am Gedanken freier Software interessiert scheinen, dann ist für Sun kein Platz in der Community. Dann sollen sie ihr gelaber vom "offenen" Solaris aber auch bleiben lassen. Wir brauchen Sun nicht.
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