Ich hatte mir ursprünglich vorgenommen, noch ein paar Sätze mehr über die Piraten vor der Bundestagswahl zu schreiben, bin aber leider nicht mehr dazu gekommen.
Auch diesmal wird die Piratenpartei meine Stimme erhalten. Bevor es die Piraten gab, habe ich in den letzten Jahren meistens nicht gewählt. Trotz vieler kritischer Punkte haben die Piraten gerade meine Sympathie. Es wird in den nächsten Jahren spannend werden, in welche Richtung sie sich entwickeln (im Keimform-Blog wurde das so schön ausgedrückt:
"Noch eine FDP ist hingegen überflüssig").
Die Piraten haben denke ich gute Chancen, in den nächsten Jahren zu einer relevanten politischen Kraft zu werden - es klafft hier eine riesige politische Lücke (keine einzige Partei im Bundestag hat momentan sowas wie einen internetpolitischen Sprecher).
Die gängigen Vorwürfe, die man gerade gegen die Piraten runterspult, finde ich eher langweilig (der Vizevorsitzende hat der Jungen Freiheit ein Interview gegeben - und sich kurz darauf
dafür entschuldigt - das war sicherlich nicht sonderlich schlau, aber das einzige, was man daraus gerechtfertigterweise wohl schließen kann ist, dass es bei den Piraten viele politisch unerfahrene Menschen gibt - und das ist wahrlich keine sonderlich aufregende Erkenntnis).
Es kommt ja selten vor, dass ich eine Fortsetzung mit großer Neugier erwarte - nicht zuletzt da es fast schon als Konstante im Filmuniversum gilt, dass die Fortsetzung das Original nicht erreicht. Jedoch, im Gegensatz zum Tenor der meisten anderen Rezensionen, war ich vom zweiten Teil mehr als angetan, ja, er avancierte durchaus zu einem meiner Lieblingsfilme.
Leicht hatten's die Regisseure nicht. Ein erster Teil, der weit besser war als man erwarten konnte. Einen zweiten, der vor allem durch die Komplexität seiner Story mitzureißen wusste, sowie einen Cliffhanger, der alles andere als logisch erschien. Was macht Barbossa hier? Ist der nicht tot? Und warum sollte er sich plötzlich um Jacks Schicksal kümmern? Insofern, eine fast schon unlösbare Aufgabe, die jedoch, zumindest meiner Einschätzung nach, durchaus gut gelöst wurde. Einzig wurde mein Kinoerlebnis etwas getrübt durch eine Gruppe unsympatischer Gestalten neben mir, die nur bei den dämlichsten Witzen lachten und die meiste Zeit ihren Mobiltelefonen widmeten...
Nachdem im zweiten Teil schon Elizabeth ihre Unschuldigkeit verlieren durfte und längst nicht mehr nur als »die edle Piratenbraut« rüberkam, darf auch Will relativ zu Beginn des Films sich deutlich weniger edelmütig als bisher darstellen. Jack muss aus einer dubiosen Unterwelt gerettet werden, wobei jeder der Rettenden damit eigene Motive verfolgt, die zunächst alles andere als klar sind. Lord Backet hat zur Großoffensive gegen die Piraten getrommelt und besitzt außerdem die Kontrolle über das Tentakelwesen Davey Jones. Was nun alles an Handlungssträngen aufgebaut wird, lässt sich kaum in wenigen Worten zusammenfassen. Nur so viel: Die meiste Zeit verbrachte ich, fast schon konzentriert, damit, nicht den Faden zu verlieren - was jedoch ausgesprochen kurzweilig war. Trotz seiner Überlänge von 170 Minuten wird der Film seltenst langatmig. Als in der furiosen Schlacht schon fast klar schien, wie das ganze ausgeht (und ich dem Film schon deutlich schlechtere Noten geben wollte), gibt's nochmal eine Wendung und der Film ist noch lange nicht zu Ende.
Fazit: Wer Teil zwei ebenso mochte wie ich, dem sei Teil 3 ebenso wärmstens ans Herz gelegt. Wer den zweiten nicht kennt, sollte dies zunächst nachholen, es dürfte sonst sowieso kaum machbar sein, dem Handlungsverlauf zu folgen.
Wer schon beim zweiten Teil Langeweile verspürte, kann sich vermutlich auch den dritten schenken.
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