Webmontag der Dritte, Vortrag »Zentrale vs. dezentrale Webservices«

Tuesday, August 29. 2006, 00:55
Heute (naja, gestern) wieder Webmontag in Karlsruhe im Kubik. Es gab drei Vorträge, einer davon von mir (ich hab das Gefühl, dass meine Vortragsroutine langsam besser wird), Slides wie immer als OpenDocument und als PDF. Die Leute waren heute sehr diskutierfreudig, weswegen es deutlich länger als geplant ging. Zwar musste natürlich irgendwann der Einwand »Businessmodel« kommen (ich glaub da schreib ich mal was längeres zu), aber insgesamt war's ganz in Ordnung.

Anschließend MNT über Simple Sharing Extensions, scheint ne interessante Sache zu sein, die evtl. einige der Probleme lösen könnte, über die ich mir auch schon Gedanken gemacht hab (wie verknüpf ich indizierte RSS-Elemente wieder mit ihrem Ursprung). Achja: Es ist zwar von Microsoft, aber die Dokumente als CC veröffentlicht.
Problem scheint im Moment zu sein, dass es keine Software dafür gibt.

Dritter und letzter Oliver Gassner, der sich am Begriff (oder, wie er meinte, nicht-Begriff) Web 2.0 störte, weil dieser völlig undefinierbar und unbrauchbar sei. Ich würde jetzt mal wagen, dem vorsichtig zu widersprechen, dass man schon grob einkreisen kann, worum es sich bei Web 2.0 dreht: Im weitesten Sinne offene Kommunikation mit Interaktionsmöglichkeiten, die die Möglichkeit zum reinen Lesen/Konsumieren bietet, aber dem Nutzer auf Wunsch irgendeine Art von Interaktion ermöglicht. Zwar hat Oliver einige Dinge mehr noch erwähnt, die angeblich Web 2.0 seien (Pay per click, kontextsensitive Werbung) und damit nix zu tun haben, ich fand aber unklar, wieso er die jetzt zu Web 2.0 mitzählen will. Alles, was ich allgemein drunter verstehen würde, hat schon dieses Interaktionsmerkmal zu eigen.

Im Anschluss beim Socialing hatten wir noch ne kleine Runde über CAcert (nächstes Mal gibt's glaub von mir dazu n ausführlichen Vortrag, scheint ja doch großes Interesse zu wecken) und eine etwas hitzigere Diskussion über Linux auf dem Desktop. Dabei hab ich gemerkt, dass ich mir in jüngerer Zeit angewöhnt hab, auch die Linux 9.0-Fraktion freundlich zu behandeln.

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ICH will das gar nicht dazuzählen, sondern er ERFINDER dieses Begriffs Tim O'Reilly zählt es dazu. Warumw eiss ich auch nicht. Aber deine einschränkung belegt meien Tehse: Unter Web 2.0 verstet jede/r das, was er selbst macht, will, wünscht.

OG
#1 OLiverG (Link) on 2006-08-29 14:14
So ist das nunmal mit Begriffen, solange es keine Lehrmeinung zu einem Begriff gibt, ist seine Definition in der Schwebe. Für die ersten Arbeiten wird es eben immer eine vorrangestellte Definition geben, irgendwann bürgert sich ein Begriff ein.
#1.1 Lars Strojny (Link) on 2006-08-30 12:43
Also wenn man was definiert sollte es definierbar sein; IMO ist eben 'web 2.0' schn von der Vorgabe durch O'reilly her NICHT definierbar.
#2 oliverg on 2006-08-30 12:55
Ich bin davon überzeugt, dass die zentralen Web 2.0 Dienste ein Problem darstellen wenn sie zu stark werden, es sollte wirklich mehr dezentralisiert werden. Ein Beispiel für Dezentralisierung, zumindest einen Anfang, stellt z.B. Yadis/OpenID dar, hierbei wird die Identität eines Benutzers über eine URL dargestellt und Dienste die für diesen Benutzer verfügbar sind bekannt gemacht. Ich habe über dieses Thema auf dem letzten Webmontag in Frankfurt geredet: http://www.webmontag.de/doku.php?id=identity20_yadis_openid
#3 Lukas Rosenstock on 2006-09-07 18:13

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