Kleine Rückblende: Vor einiger Zeit bloggte ich über die ARD-Sendung Polylux, die dem »Rückführungstherapeuten« und Esoteriker Trutz Hardo in einem satirisch gemeinten Fernsehbeitrag eine Plattform gab. Da ich dem deutschen Fernsehen prinzipiell alles zutraue und nächtliche (ernstgemeinte/kommerzielle) Esoterik-Shows keine Seltenheit darstellen, fand ich dies (also den satirischen Charakter) eher unklar.
Was aber wohl schwerer wiegt: Trutz Hardo hat in der Vergangenheit mehrfach die unter Rückführungs- und Karma-Esoterikern verbreitete These vertreten, dass der Holocaust eine Strafe für Juden darstellt, die sie für in einem früheren Leben begangene Sünden erhalten hätten. Davon wurde in dem Beitrag nichts erwähnt.
Jutta Ditfurth hatte in einer Pressemitteilungen und in einer Beschwerde an den Rundfunkrat selbiges thematisiert, ich hatte darüber berichtet.
Nun scheint neuerdigs Trutz Hardo himself zu den Lesern meines Blogs zu gehören und gebraucht die Kommentarfunktion meiner geliebten Klowand, um seitenlange Statements zu dem Vorfall zu verbreiten (
hier und
hier). Da ich selbige weder einfach löschen noch unkommentiert stehen lassen möchte, muss ich mich wohl nochmal dazu äußern.
Die Kurzform ist ungefähr folgende: Da Trutz Hardo in einem früheren Leben als Jude verfolgt wurde, kann er eigentlich garkein Antisemit sein. Außerdem gibt es auch Juden, die an die Reinkarnation glauben.
Desweiteren ist Jutta Ditfurth eine ganz schlimme Person, die Macht über alle Medien hat, 1998 noch in der Lage war, im Alleingang den Bundestag für ihre Interessen zu mißbrauchen (7 Jahre nach ihrem Ausscheiden aus der großen Politik) und vieles mehr (schon beeindruckend, welche Macht manche Leute in ihre linken Kritiker gelegentlich hineinhalluzinieren).
Ich hab mich jetzt durch dieses seitenlange Geschreibsel gekämpft und finde es vor allem wirr. Ich überlasse es jedem Leser, sich selbst ein Bild davon zu machen, eine Google-Recherche bringt auch genügend Lesematerial zur Außeinandersetzung um Trutz Hardo und Reinkarnations-Esoteriker zu Tage.
Erscheint einem ein Esoteriker wie Trutz Hardo sehr offensichtlich als Spinner, so sollte man sich doch im Klaren sein, dass man es hier nicht mit einem isolierten Phänomen von wenigen Spinnern zu tun hat, sondern dass deren Angebote auf fruchtbaren Boden stoßen. Erst kürzlich durfte sich der Jugendumweltkongress mit Anhängern der ebenfalls reinkarnationistischen Sekte Universelles Leben außeinandersetzen. Ich hab schon oft genug von Menschen, die man eigentlich eher als »Bildungsbürger« bezeichnen würde, erlebt, dass sie sich zumindest teilweise positiv auf Esoterik berufen. Homöopathie und Bachblüten sind die gar weitgehend gesellschaftlich anerkannten Auswüchse solchen Blödsinns.