Linux-Infotag Augsburg
Sunday, March 30. 2008, 22:25
Mein OpenStreetMap-Vortrag wurde von knapp 50 Menschen besucht und lief ganz passabel. Erste Spuren in der bislang etwas vernachlässigten Augsburger Innenstadt sind schon sichtbar (Slides wie üblich hier, aber kaum verändert zum letzten Mal).
Am CAcert-Stand war man optimistisch, dass noch (Zitat) »dieses Frühjahr« die Firefox-Integration klappt (aber das habe ich schon oft gehört...), die Freifunker in Augsburg sind nett, PacketRadio und Amateurfunk taugt nicht für Freifunk (due to Gesetz, welches den Content einschränkt) und insgesamt war es ein nettes Event. Ich denke nächstes Mal bin ich wieder dabei.
Bilder vom Linux-Infotag Augsburg gibt's hier.
Die Speicherung ist das Problem, nicht der Abruf
Wednesday, March 19. 2008, 15:58
Das Bundesverfassungsgericht hat zur Vorratsdatenspeicherung gesprochen. Leider alles andere als positiv. Was ich befürchtet habe, ist eingetreten, wie schon bei der Onlinedurchsuchung oder der Kennzeichenerfassung sprach das höchste Gericht einen faulen Formelkompromiss. Allerdings ist dieser noch deutlich fauler als die bisherigen.
Auch wenn der AK Vorrat selbst dies als Sieg verkaufen will, ich sehe das deutlich anders und versuche darzulegen wieso.
Kurz gesprochen lautet die Entscheidung: Gespeichert wird weiterhin, einzig der Abruf bleibt auf schwere Straftaten beschränkt. Eine endgültige Entscheidung gab es noch nicht, diese wird erstmal auf die lange Bank geschoben, insofern ist natürlich jede Einschätzung nicht endgültig und ich widerrufe alles hier gesagte, sollte das BVerfG. in absehbarer Zeit weiteres entscheiden.
Das Kern des Problems: Das BVerfG. sieht einen schwerwiegenden Grundrechtseingriff erst beim Abrufen der Daten, insofern beschränkt es diese auf schwere Verbrechen. So interpretiert etwa ein ARD-Rechtsexperte:
»Dass die Verbindungsdaten bis auf weiteres sechs Monate lang gespeichert - allerdings nicht ausgewertet - werden. Es sei denn, der Bürger gerät in Verdacht, eine schwere Straftat begangen zu haben. Dann muss ein Richter anordnen, dass die Verbindungsdaten den Ermittlern zugänglich gemacht werden.«
Das ist nun aber, gelinge gesagt, völliger Blödsinn. Es macht nur dann Sinn, wenn man davon ausgeht, dass ein Mißbrauch der Daten prinzipiell auszuschließen ist. Angesichts der Häufigkeit, in der gehackte Foren, größere Kundendaten von Unternehmen etc. immer mal wieder auftauchen, kann das nur glauben, wer die Realität vollkommen ausblendet.
Genau aus diesem Grund spricht man bei sinnvollem Datenschutz vom Konzept der Datensparsamkeit: Daten, die nicht erhoben werden, können auch nicht mißbraucht werden. Wenn sensible Daten erhoben werden, werden sie genutzt, mit hoher Warscheinlichkeit auch außerhalb ihrer ursprünglichen Zweckbestimmung. Dass das BVerfG. den Grundsatz der Datensparsamkeit mit seiner Entscheidung offensichtlich nicht beachtet, das ist das traurige an der heutigen Entscheidung.
Für die »Datenschutzbewegung«, den AK Vorrat und andere, stellt sich hier natürlich eine nicht unkritische Strategiefrage. Bislang galt das BVerfG. immer als letzte Hoffnung für den Datenschutz (was ja in mehreren Fällen der Vergangenheit durchaus berechtigt war). Meiner Ansicht nach täte nach dieser Entscheidung eine kritischere Haltung dem höchsten Gericht gegenüber Not. Das dies nicht einfach ist, als gesellschaftlich zwar wachsende aber immer noch schwache Strömung, die die große Mehrheit beider Volksparteien gegen sich hat, versteht sich.
(Hier stand noch ein Satz mit Link zu dieser Meldung, wo ich aber zugegebenermaßen unsauber recherchiert habe: Die Meldung ist zwei Jahre alt und wurde längst dementiert.)
Update: Bei den Piraten sieht man das Urteil ähnlich kritisch, lesenswert.
Auch wenn der AK Vorrat selbst dies als Sieg verkaufen will, ich sehe das deutlich anders und versuche darzulegen wieso.
Kurz gesprochen lautet die Entscheidung: Gespeichert wird weiterhin, einzig der Abruf bleibt auf schwere Straftaten beschränkt. Eine endgültige Entscheidung gab es noch nicht, diese wird erstmal auf die lange Bank geschoben, insofern ist natürlich jede Einschätzung nicht endgültig und ich widerrufe alles hier gesagte, sollte das BVerfG. in absehbarer Zeit weiteres entscheiden.
Das Kern des Problems: Das BVerfG. sieht einen schwerwiegenden Grundrechtseingriff erst beim Abrufen der Daten, insofern beschränkt es diese auf schwere Verbrechen. So interpretiert etwa ein ARD-Rechtsexperte:
»Dass die Verbindungsdaten bis auf weiteres sechs Monate lang gespeichert - allerdings nicht ausgewertet - werden. Es sei denn, der Bürger gerät in Verdacht, eine schwere Straftat begangen zu haben. Dann muss ein Richter anordnen, dass die Verbindungsdaten den Ermittlern zugänglich gemacht werden.«
Das ist nun aber, gelinge gesagt, völliger Blödsinn. Es macht nur dann Sinn, wenn man davon ausgeht, dass ein Mißbrauch der Daten prinzipiell auszuschließen ist. Angesichts der Häufigkeit, in der gehackte Foren, größere Kundendaten von Unternehmen etc. immer mal wieder auftauchen, kann das nur glauben, wer die Realität vollkommen ausblendet.
Genau aus diesem Grund spricht man bei sinnvollem Datenschutz vom Konzept der Datensparsamkeit: Daten, die nicht erhoben werden, können auch nicht mißbraucht werden. Wenn sensible Daten erhoben werden, werden sie genutzt, mit hoher Warscheinlichkeit auch außerhalb ihrer ursprünglichen Zweckbestimmung. Dass das BVerfG. den Grundsatz der Datensparsamkeit mit seiner Entscheidung offensichtlich nicht beachtet, das ist das traurige an der heutigen Entscheidung.
Für die »Datenschutzbewegung«, den AK Vorrat und andere, stellt sich hier natürlich eine nicht unkritische Strategiefrage. Bislang galt das BVerfG. immer als letzte Hoffnung für den Datenschutz (was ja in mehreren Fällen der Vergangenheit durchaus berechtigt war). Meiner Ansicht nach täte nach dieser Entscheidung eine kritischere Haltung dem höchsten Gericht gegenüber Not. Das dies nicht einfach ist, als gesellschaftlich zwar wachsende aber immer noch schwache Strömung, die die große Mehrheit beider Volksparteien gegen sich hat, versteht sich.
(Hier stand noch ein Satz mit Link zu dieser Meldung, wo ich aber zugegebenermaßen unsauber recherchiert habe: Die Meldung ist zwei Jahre alt und wurde längst dementiert.)
Update: Bei den Piraten sieht man das Urteil ähnlich kritisch, lesenswert.
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Campaign to shoot down an UFO
Monday, March 17. 2008, 23:42
Well, I usually don't tend to blog the content of my spam inbox, but hey, this time I make an exception. It's worth the fun.
There's a campaign that wants the UN to start a military action to shoot down an Unidentified Flying Object to know if there are extraterrestrians:
http://www.ufocampaign.org/
Yeah, that's really something worth making a petition. Tell those politicians you want their military to shoot down aliens. I wonder if this is a well-made hoax or not.
There's a campaign that wants the UN to start a military action to shoot down an Unidentified Flying Object to know if there are extraterrestrians:
http://www.ufocampaign.org/
Yeah, that's really something worth making a petition. Tell those politicians you want their military to shoot down aliens. I wonder if this is a well-made hoax or not.
A try on current nouveau
Wednesday, March 12. 2008, 00:06
nouveau, the project for creating a free 3D linux driver for nvidia cards, recently got first support for real 3D applications with gallium on some NV4X cards (see Nouveau Companion 36). Today I got it working on a friends machine.
Here you can see an openarena benchmark (also uploaded on youtube). It got 55 fps, which is far away from the nvidia binary driver yet (178 fps), but at least more than my r200 setup (32 fps).
For the brave ones, here's a quick and dirty howto for Gentoo:
a) Get the nouveau overlay with svn co https://svn.hboeck.de/nouveau-overlay and add it to PORTDIR_OVERLAY in make.conf.
b) The nouveau-overlay won't install the nouveau/gallium-branch of mesa. Get my overlay with svn co https://svn.hboeck.de/overlay and also add that to your PORTDIR_OVERLAY (I'll try to contact the nouveau-overlay developer if we can merge this).
b) Add media-libs/mesa, x11-base/x11-drm, x11-libs/libdrm and x11-drivers/xf86-video-nouveau to /etc/portage/package.keywords and merge them.
c) If you've been running the nvidia binary driver, eselect opengl set xorg-x11, change the graphics driver in xorg.conf to nouveau, rmmod nvidia (if you've been running the binary driver), modprobe nouveau and start X.
d) Have fun!
Note: The nouveau developers consider gallium completely unsupported at the moment and don't want to get end-user bugs. If it runs, fine, if not, don't nag them with it.
Here you can see an openarena benchmark (also uploaded on youtube). It got 55 fps, which is far away from the nvidia binary driver yet (178 fps), but at least more than my r200 setup (32 fps).
For the brave ones, here's a quick and dirty howto for Gentoo:
a) Get the nouveau overlay with svn co https://svn.hboeck.de/nouveau-overlay and add it to PORTDIR_OVERLAY in make.conf.
b) The nouveau-overlay won't install the nouveau/gallium-branch of mesa. Get my overlay with svn co https://svn.hboeck.de/overlay and also add that to your PORTDIR_OVERLAY (I'll try to contact the nouveau-overlay developer if we can merge this).
b) Add media-libs/mesa, x11-base/x11-drm, x11-libs/libdrm and x11-drivers/xf86-video-nouveau to /etc/portage/package.keywords and merge them.
c) If you've been running the nvidia binary driver, eselect opengl set xorg-x11, change the graphics driver in xorg.conf to nouveau, rmmod nvidia (if you've been running the binary driver), modprobe nouveau and start X.
d) Have fun!
Note: The nouveau developers consider gallium completely unsupported at the moment and don't want to get end-user bugs. If it runs, fine, if not, don't nag them with it.
Faith Fighter
Friday, March 7. 2008, 22:28
Ich bewerbe ja eher selten Flash-Spiele, aber heute gibt's ne Ausnahme: Faith Fighter, die ultimative Alternative zu Religionskriegen. Im Style von alten Street Fighter-Spielen kann man zwischen verschiedenen religiösen Führern wählen (Gott, Jesus, Buddha, Mohammed, ...) und sich im Straßenkampf messen, natürlich mit den für das Genre üblichen Special Moves.Das ganze stammt von einer italienischen Gruppe mit Namen »La Molleindustria«, die Computerspiele als politische Ausdrucksform begreift. Operation: Pedopriest von der selben Gruppe hat's schon bis zu einem im Parlament verhandelten Skandal geschafft.
We believe that the explosive slogan that spread quickly after the Anti-WTO demostrations in Seattle, »Don't hate the media, become the media,« applies to this medium.
Leider funktionierte das Spiel im moment weder in gnash noch swfdec (freie Flash-Player), jedoch wies mich ein swfdec-Entwickler darauf hin, dass die EXE-Version des Spiels problemlos mit WINE läuft.
(via telepolis)
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Chemnitzer Linux-Tage 2008
Monday, March 3. 2008, 12:20
Image by Fabian Fingerle
Ich habe tendenziell wenige, dafür aber gute Vorträge besucht (einen zum Hackerparagraphen und einen über Spam). Videos gibt's wohl leider keine, aber Audioaufnahmen sollten demnächst kommen. Desweiteren war ich aktiv am OpenStreetMap-Stand beteiligt, wir bekamen freundlicherweise bei der Wikipedia ein bißchen Platz. Für die Zukunft sind aber dann eher eigenen OpenStreetMap-Stände angesagt (beispielsweise beim Linux-Infotag in Augsburg).
Auch den Organisatoren sollten wir OpenStreetMap noch näher bringen, so war auf der Seite für die Wegbeschreibung lediglich map24 verlinkt. Zumindest ein alternativer OSM-Link sollte doch obligatorisch sein.
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